Archiv der Kategorie: Rallye

MIG Austria Team bei Rally valli della Carnia (AARC)

Optimalsieg beim italienischen Rallyevolksfest in den Bergen

Beim großartigen Rallye-Happening rund um Ampezzo erlebten Michael Kogler und Andre Kachel zwei Schreckmomente: Gleich am Beginn auf SP1 – und dann noch einmal kurz vor dem Ziel. Dazwischen gab’s ein Bestzeitenfeuerwerk und am Ende den klaren Sieg im Alpe Adria Rally Cup.

Die italienische Rally valli della Carnia in den Bergen rund um Ampezzo ist für viele Rallye-„Feinschmecker“ ein echtes Highlight im Saisonkalender. Satte 134 Teams waren am vergangenen Wochenende am Start – und weil die Kult-Rallye auch zum Alpe Adria Rally Cup (AARC) zählt, waren auch 14 österreichische Teams dabei.

UNIOR Racing Team Austria-Teamchef Gottfried Kogler gerät bei der Rally valli della Carnia ganz schnell ins Schwärmen: „Das ist ein Rallye-Spektakel, wie es seinesgleichen sucht – an den drei Tagen herrscht dort eine Art Rallye-Ausnahmezustand und es ist vom kleinen Kind bis zur Uroma alles auf der Straße. Ein Rallye-Volksfest – da wird drei Tage lang durchgefeíert. Du fährst durch ein Menschenmengenspalier, alle wolllen die Rallyeautos sehen!“ Auch nach den Sonderprüfungen wird Party gemacht: „Du hast dort eine Open Air-Disco bis 4 Uhr in der Früh – aber was für eine! Mit einem Bass, der so wuchtig ist, dass Michael nur mit Ohropax schlafen konnte…“

Reifenplatzer als „Motivationsspritze“

Michael Kogler war als Tabellenleader des AARC angereist, hatte aber nur noch einen Zähler Vorsprung auf den Italiener Simone Boscariol, der wie Kogler einen zweiradangetriebenen Citroen DS3 R3 pilotiert. Selbstverständlich setzte Michael wieder auf die professionelle Arbeit seines Copiloten Andre Kachel aus Deutschland.

Die erste Etappe, bestehend aus vier Sonderprüfungen, wurde am Samstagabend bei Dunkelheit gefahren. Nach nur zehn Kilometern der ersten Prüfung platzte bei Kogler/Kachel links vorne ein Reifen, sodass man runde drei Kilometer auf der Felge weiterfahren musste und dabei rund 25 Sekunden einbüßte…

Mehr brauchte Michael Kogler nicht als „Motivationsspritze“. Auf den noch ausstehenden drei Nachtprüfungen zündete Michael wieder einmal ein Bestzeitenfeuerwerk, sodass ihm am Ende des Tages nur noch 16 Sekunden auf Boscariol fehlten.

AARC-Cupsieg in Reichweite

Am Sonntag ging es in der gleichen Tonart weiter – Kogler/Kachel markierten sämtliche Bestzeiten, sodass man auf den insgesamt zehn Prüfungen satte neunmal die AARC-Bestzeit innehatte. Das MIG Austria-Duo durfte sich trotz des Reifenplatzers über den AARC-Sieg freuen und hatte am Ende sogar 28 Sekunden Vorsprung auf Boscariol herausgefahren.

Im Alpe Adria Rally Cup führt Kogler mit 131 Punkten, Boscariol weist mit 113 Zählen bereits einen beträchtlichen Rückstand auf, zumal lediglich die besten vier Ergebnisse gewertet werden. Der Cupsieg war das erklärte Ziel des Teams. Auch wenn Boscariol noch theoretische Chancen hat, das Blatt zu wenden, muss man kein Wahrsager sein, wenn man behauptet, dass Kogler/Kachel das gesteckte Saisonziel wohl erreichen werden. Dass man aber auch knapp vor dem Ziel noch alles verlieren kann, daran wurde das MIG Austria Team vor dem Ziel der Rally valli della Carnia erinnert…

Dramatik vor der Zielrampe

Michael Kogler und Andre Kachel genossen bei der Anfahrt zur Zielrampe die ausgelassene Volksfeststimmung in vollen Zügen – doch kurz vor dem Ziel kippte die Stimmung mit einem Schlag: Der „rasenden Werkzeugkiste“ dürfte es nämlich etwas zu heiß geworden sein – jedenfalls wollte sie partout nicht mehr anspringen. Gottfried Kogler schildert die dramatischen Sekunden: „In der Gluthitze hat sich offenbar die Elektronik aufgehängt – der Motor sprang nicht mehr an und wir dachten schon, dass wir jetzt alles verloren haben. Unser komplettes Team war natürlich vor Ort, um unseren AARC-Sieg zu feiern – doch es durfte ja niemand zum Auto. Ich sah, wie Michael am Rande der Verzweiflung war – und konnte aber auch nichts tun. Erst nach fünf oder sechs Versuchen hat es dann aber doch noch geklappt, die Erlösung war natürlich grenzenlos.“

Nach Sommerpause: Nö-Rallye, Spanien und R5-Premiere

Weil es sich um Bergprüfungen handelte, entschied sich Peter Schöller, diesmal den historischen „Hundeknochen“-Escort in der Garage zu lassen. Teamchef Kogler erläutert: „Bei historischen Fahrzeugen sind die Bremsen naturgemäß eine Schwachstelle – Peter und seine Copilotin Theresa Krautsieder fuhren daher mit unserem Diesel-Scirocco.“ Nach anfänglichen Umstellungsproblemen kam Schöller immer mehr in Fahrt und durfte sich ebenfalls über die Zielankunft freuen.

Das UNIOR Racing Team Austria wird nun eine Sommerpause einlegen – der nächste Einsatz steigt bei der neuen Niederösterreich-Rallye im Herbst. Einmal mehr darf sich Michael Kogler auf einen „heißen Rallye-Herbst“ freuen: Denn zum einen wird er mit dem DS3 den spanischen Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft bestreiten und zum anderen erfüllt sich ein zuletzt mehrfach geäußerter Wunsch: Michael Kogler wird noch in diesem Jahr eine Testrallye mit einem R5-Boliden absolvieren…

alle Fotos: UNIOR Racing Team Austria

Michael Noir Trawniczek
Presse Unior Racing Team Austria
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Sieben Bestzeiten und doch kein Sieg

MIG Austria Team bei Rally Ina Delta (AARC)

Nachdem Michael Kogler und Andre Kachel auf SP3 der Rally Ina Delta stromlos strandeten, wurde am zweiten Tag mit 14 Minuten Rückstand gestartet. Es folgten sechs 2WD-Bestzeiten in Serie – so konnte man satte sieben Minuten wettmachen und im Alpe Adria Rally Cup mit Platz zwei die Tabellenführung halten.

Bei der zum Alpe Adria Rally Cup (AARC) zählenden Rally Ina Delta im kroatischen Zagreb begannen Michael Kogler und sein Copilot Andre Kachel in ihrem UNIOR Citroen DS3 R3 mit der nunmehr gewohnten Höchstleistung: Bestzeit bei den 2WD-Piloten und sechste Gesamtzeit. Kogler: „Dabei konnte ich auch den Slowenen Grossi hinter mir halten, der im Vorjahr hier die 2WD gewonnen hatte.“

Auf der zweiten Prüfung konnte Grossi kontern – auf der dritten Prüfung begann es zu regnen, dort wollte Kogler seinerseits zurückschlagen – doch dazu kam es nicht: „Plötzlich ist der Motor abgestorben und wir dachten an einen Lichtmaschinen- oder Batterie-Defekt.“ Erst beim Einholen der gestrandeten „rasenden Werkzeugkiste“ bemerkte ein Mechaniker, dass sich lediglich ein Kabel vom Starter löste. MIG Austria Teamchef Gottfried Kogler erklärt dazu: „Diesen Starter erreichst du aber nur als wissender Mechaniker, indem du quasi blind mit einem Handschuhe nach unten langst.“ So versäumten Kogler/Kachel zwei Sonderprüfungen, für jede erhielten sie sieben Strafminuten aufgebrummt.

Mit rund 14 Minuten Rückstand starteten Kogler/Kachel am zweiten Tag wieder in die Rallye. Ganz offensichtlich angestachelt von dem hohen Rückstand zündete das Duo ein wahres Bestzeitenfeuerwerk: Sämtliche 2WD-Bestzeiten gingen an diesem Tag an das UNIOR Racing Team Austria. Michael Kogler erzählt: „Ich war richtig motiviert. Es hat mir auch einen großen Spaß bereitet, nach den Sprintveranstaltungen nun wieder richtig lange Sonderprüfungen zu fahren. Und  da wir diese eben wie international üblich nur zweimal besichtigen konnten, war der Aufschrieb unheimlich wichtig. Und da kam auch unsere Stärke zwischen Lenkrad und Beifahrersitz voll zum Tragen, denn Andre Kachel hat wieder einen großartigen Job hingelegt.“

AARC-Tabellenführung verteidigt

Zu den langen Sonderprüfungen – zwischen 20 und 25 Kilometer lang, insgesamt rund 150 SP-Kilometer – merkt Gottfried Kogler an: „Das waren extrem tolle Strecken – denn Zagreb bewirbt sich ja um einen Weltmeisterschaftslauf und man wollte hier die FIA-Beobachter beeindrucken. Allerdings befand sich das Service mitten in der Stadt und so musste man jedesmal wieder durch den Verkehersstau auf die Strecken und wieder retour.“

Mit ihrer Bestzeitenserie konnten Michael Kogler und Andre Kachel satte sieben Minuten wettmachen und den 22. Gesamtrang belegen. Im AARC belegte Kogler hinter Simone Boscariol (ebenfalls Citroen DS3 R3) den zweiten Platz, konnte jedoch seine Tabellenführung halten.

Peter Schöller und Theresa Krautsieder zündeten einmal mehr den historischen „Hundeknochen“-Ford Escort des UNIOR Racing Team Austria und belegten damit einen problemlosen 34. Gesamtrang.

Nächste Station des Teams ist die italienische Rally Valli della Carnia rund um Ampezzo am 7. und 8. Juli. Michael Kogler erklärt voller Vorfreude: „Ich bin dort erst einmal gefahren, im Jahr 2016, und das wurde sofort eine meiner internationalen Liebelingsrallyes. Es sind wunderbare Bergstrecken und dort herrscht an den Strecken eine richtige Volksfeststimmung. Die Tifosi sind ja bekannt dafür, dass sie die Rennfahrer hochjubeln und antreiben. Und das gefällt mir.“

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MIG Austria Team beim Waldviertel Rallyesprint (ART2WD)

Bravourstück im 2WD-Citroen: Platz 3 in den Allrad-Top10

Michael Kogler, Andre Kachel und die „rasende“, aber eben nur  zweiradangetriebene „Werkzeugkiste“ des UNIOR Racing Teams lieferten beim Waldviertel Rallyesprint auf Schotter eine Meisterleistung: Platz drei inmitten von Allrad-Duos. Für Michael, immerhin schon über ein Jahrzehnt lang Rallyepilot, war es „meine beste Schotterrrallye“. Peter Schöller/Theresa Krautsieder mussten den historischen „Hundeknochen“ leider vorzeitig abstellen.

Beim Rallyesprint in St. Veit hat sich Michael Kogler trotz starker Allrad-Konkurrenz den dritten Gesamtrang vorgenommen, dieses ehrgeizige Ziel bis zur letzten Sonderprüfung auch tatsächlich umsetzen können und letztendlich erst auf der Abschluss-SP knapp aber doch verpasst.

Vor dem Waldviertel Rallyesprint hat der UNIOR Racing Team Austria-Pilot „nur“ den vierten Platz als Ziel angegeben – sicher auch deshalb, weil man auf den wunderschönen Schotterprüfungen rund um Langenlois in dem zweiradgetriebenen Citroen DS3 R3 noch mehr Nachteile gegenüber der Allrad-Phalanx hinzunehmen hat, was in der Natur der Sache liegt.

Doch gleich auf der ersten Sonderprüfung „Kronsegg-Gföhl“ ließen Michael Kogler und sein Copilot Andre Kachel mit der drittschnellsten Zeit aufhorchen. Diese Position hatte das MIG Austria-Duo auch vor der Mittagspause inne – auf den viertplatzierten Allrad-Piloten hatte man nach drei Sonderprüfungen bereits 22 Sekunden Vorsprung herausgearbeitet.

Am Nachmittag schafften Kogler/Kachel auf der Prüfung „Leitnerschlag-Kronsegg“ sogar die zweitschnellste Zeit – lediglich der Rallyesieger Gerald Rigler in seinem Ford Fiesta R5 war da noch schneller unterwegs. Michael Kogler sagt dazu: „Da muss ich fairerweise erwähnen, dass es eine Prüfung ist, die viel Bergabpassagen hat und in der man nicht so viel Leistung benötigt. Die zweitschnellste Zeit war auch das absolute Maximum, das man hier erreichen konnte. Mir taugt es einfach, wenn man in einem 2WD-Auto mit den Big Bangers mitfahren kann.“

„Meine beste Schotterrallye“

Und so kam es auch: Michael Kogler und Andre Kachel belegten den dritten Gesamtrang, hinter den beiden sechs weitere Allrad-Duos. Womit man die in der Austrian Rallye Challenge (ARC) heuer neu eingeführte ART2WD überlegen gewinnen konnte. Der zweitbeste 2WD-Pilot, Luca Waldherr, belegte den elften Gesamtrang, rund zwei Minuten hinter Kogler.

Zwischen Zieldurchfahrt auf dem Holzplatz von Langenlois und der Siegerehrung verriet Michael, dass er bei dieser wunderschönen Veranstaltung ganz bersonders motiviert war! Denn die Sonderprüfung „Manhartsberg“ war im Vorjahr auch Teil der Waldviertel-Rallye – dort war Michael bekanntlich Teil jenes Trios, das bis zur letzten Rallye um die ORM2WD-Staatsmeisterschaft kämpfte. Und auf der SP „Manhartsberg“ lag jener Stein, der die Titelträume von Michael Kogler für beendet erklärte. Michael: „Das hat mich gepusht! Ich war top motiviert! Die ganze Wut, die sich über den Winter aufgestaut hat, musste hier raus! Und das hat funktioniert: Letztendlich war es meine beste Schotter-Rallye in einem 2WD-Fahrzeug. Wir fahren ja nur ein- bis zweimal im Jahr auf Schotter – und ich freue mich, dass der Speed auf Schotter genauso stimmt wie auf Asphalt.“

Süffisant fügt der Sohn von Teamchef Gottfried Kogler eine kleine „Spitze“ hinzu: „Anders als das Citroen-Werksteam in der Weltmeisterschaft können wir die Fahnen von Citroen recht gut hochhalten.“

Selbstbewusst & kollegial

Schon am kommenden Wochenende ist das UNIOR Racing Team Austria wieder im Einsatz. In Kroatien steigt die Rallye Ina Delta, als dritter Lauf zum Alpe Adria Rally Cup, in dem Michael Kogler die Tabelle anführt. Kogler erklärt: „Das ist eine Asphaltrallye und sie passt gut in mein Konzept für 2018: Denn ich wollte heuer wieder neue Rallyes kennenlernen, im Ausland. Wo du einen guten Aufschrieb brauchst – und wo ich mit dem Andre Kachel den bestmöglichen Copiloten an meiner Seite habe. Das macht es für uns sehr interessant. Generell ist der Asphalt in Kroatien oder Slowenien ein bisschen rustikaler als hier bei uns in Österreich – da sind wir schon ein bisschen verwöhnt. Aber die Stimmung im Team ist gut, die Stimmung im Cockpit ist gut und wir sind im Alpe Adria Rally Cup weiter auf Titelkurs unterwegs. Ich freue mich auf die lokalen 2WD-Helden dieser Rallye – ich nehme es gerne mit allen auf.“

Das wäre also ein vor Selbstbewusstsein strotzender guter Schlusssatz geworden – doch geradezu typisch für Michael Kogler möchte er noch unbedingt etwas hinzufügen. Wer Kogler junior kennt, der weiß, dass er zwar im Cockpit knallhart agiert, sonst aber ein nachdenklicher und vor allem kollegialer Sportsmann ist. Und so möchte er noch seinen Vorsprung auf Luca Waldherr relativieren – schließlich weiß Kogler, der selbst schon alle Höhen und Tiefen in diesem Sport erlebt hat, ganz genau, wie wichtig bei einer solchen Veranstaltung die Erfahrung ist: „Zum Abschluss möchte ich noch sagen: Ich habe heute mit dem Luca gesprochen. Er war etwas deprimiert – doch da muss ich fairerweise dazusagen: Ich fahre jetzt schon zehn Jahre und wenn ich dann hier, auf Schotter, meine Erfahrung nicht ausspielen könnte, dann wäre ich wohl eher fehl am Platz. Da braucht sich Luca also keine grauen Haare wachsen lassen.“

Das muss auch Peter Schöller nicht – auch wenn er den wunderschönen historischen „Hundeknochen“-Ford Escort des UINOR Racing Team Austria auf der dritten Prüfung abstellen musste. Schließlich war es die erste Schotterrallye für das Gespann Schöller/Krautsieder/Ford Escort. Copilotin Theresa Krautsieder erklärt: „Wir haben uns auf den ersten beiden Prüfungen ein wenig an den Schotter herangetestet. Doch auf der dritten Prüfung blieb der dritte Gang stecken – so mussten wir den ‚Hundeknochen‘ an einem sicheren Platz abstellen.“

alle Fotos: UNIOR Racing Team Austria

Michael Noir Trawniczek
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Kein Glück beim Grande Finale

ORM/ORM2WD: Rallye Waldviertel

Michael Kogler wollte beim ORM-Finale im Waldviertel den nach der Liezen-Rallye wieder möglichen ORM2WD-Titel holen – doch das Glück war diesmal nicht auf seiner Seite…

Bei der von unheimlich vielen Zuschauern besuchten letzten
Waldviertel-Rallye, dem Finale der Österreichischen
Rallye-Staatsmeisterschaft (ORM) zeigte sich Michael Kogler vom UNIOR Citroen DS3 R3T noch die Chance, sich zum ORM2WD-Staatsmeister zu küren – denn wie in der großen Spielklasse kämpften auch in der Rallye Staatsmeisterschaft für zweiradgetriebene Fahrzeuge beim Grande Finale noch drei Piloten um den Titel…

Michael Kogler und sein erfahrener Copilot Andre Kachel begannen die Rallye mit einer Bestzeit, nach zwei Sonderprüfungen führte das UNIOR Racing Team Austria in der ORM2WD mit einem Vorsprung von 3,2 Sekunden.

Für den zweiten Durchgang jedoch vergriff man sich bei der Reifenwahl. UNIOR Racing Team Austria-Teamchef Gottfried Kogler erklärt: „Wir haben ja als eines von wenigen Teams einen Vertrag mit Pirelli, einen solchen hat auch Raimund Baumschlager – und die Italiener haben alles daran gesetzt, dass wir den Titel holen können. Es wurde sogar extra ein Reifentechniker aus Italien eingeflogen. Dafür möchte ich Pirelli auch meinen Dank aussprechen.“ Dennoch war der empfohlene weiche Reifen für Michael Kogler die falsche Wahl, weshalb er auf SP3 runde zehn Sekunden einbüßte. Wieder
mit der härteren Mischung gelang ihm auf SP4 erneut eine Bestzeit.

Nach dem ersten Tag fehlten Michael auf Platz zwei der 2WD liegend exakt acht Sekunden.

Kettenreaktion nach „verschlafener“ SP

Doch auf der morgendlichen SP6 büßte Michael gleich einmal weitere 18,6 Sekunden ein. Vater Gottfried erklärt: „Michael kam an diesem Morgen nicht richtig in Fahrt und hat auf dieser Prüfung im Grunde den Titel verloren. Denn in der Folge wollte er natürlich unbedingt den Rückstand wieder gutmachen und fuhr, wie wir sagen, mit der ‚Brechstange‘. Das war auch die einzige Chance, um den Überraschungstitel doch noch zu holen.“

Doch ein so genannter „Wackelstein“ kam dem Unterfangen in die Quere. Die „rasende Werkzeugkiste“ schlug mit dem rechten Hinterrad gegen den Stein, dabei wurde die Hinterachse verbogen. Michael Kogler berichtete im Ziel der Prüfung: „Ich musste Tempo rausnehmen, denn das Auto fährt nur noch quer.“ Nach einer Begutachtung jedoch stellte sich heraus, dass nichts gebrochen
war, so konnte Michael mit der verbogenen Achse sogar noch eine Bestzeit markieren.

„Meister der Improvisation“

Im Service dachte man trotz fehlender Ersatz-Hinterachse noch lange nicht daran, aufzugeben. Grinsend erzählt Gottfried Kogler: „Wir haben uns eine Stahlpresse von Baumschlager Rallye Racing ausgeborgt und unsere Tschechischen Mechaniker sind wahre Meister der Improvisation. Sie wussten genau, wo sie ansetzen mussten, um die Achse wieder gerade zu biegen, ohne dass dabei ein Riss entstand.“

Auf der vorletzten SP fehlte Michael noch das nötige Vertrauen in das solchermaßen reparierte Fahrzeug, doch auf der letzten Prüfung ließ er den Citroen noch einmal fliegen und konnte solchermaßen noch eine Bestzeit markieren. Insgesamt gelangen Kogler sechs Bestzeiten in der ORM2WD.

„Tolle Saison mit zwei Titel“

Michael Kogler beendete die Rallye auf Platz drei der ORM2WD, konnte aber noch die Niederösterreich Rallye Trophy für sich entscheiden. Schon bei der Herbstrallye krönte sich Kogler zum Champion der Austrian Rallye Challenge, als erster Pilot eines 2WD-Fahrzeugs.

Und so zieht Gottfried Kogler trotz des verlorenen ORM2WD-Titels eine positive Bilanz: „Wir hätten heuer drei Titel holen können – jetzt sind es halt nur zwei geworden, da kann man sich nicht beklagen. Eigentlich haben wir nach der dritten Rallye bereits gedacht, dass wir in der ORM2WD keine Chance mehr haben – erst durch das Pech unserer Mitbewerber in Liezen hat sich hier noch einmal eine Chance ergeben. Dennoch blicken wir auf eine tolle Saison zurück – wir hatten keinen einzigen Crash und auch keine gröberen technischen Probleme. Und: Es war eine hochkarätig besetzte
ORM2WD-Saison mit drei gleichwertigen großartigen Piloten, die bis zur letzten Rallye um den Titel gekämpft haben.“

„Habe gratuliert“

Michael Kogler sieht es nicht anders und zeigt sich als Sportsmann: „Es ist für mich keine Schande, einem aufstrebenden, wirklich großartig fahrenden Jungtalent den Titel zu überlassen. Ich habe auch schon im Verlauf der Rallye herzlich zum Titel gratuliert. Ich denke, dass wir heuer insgesamt eine großartige Meisterschaft gesehen haben und ich freue mich, ein Teil davon gewesen zu sein. Nächstes Jahr wollen wir wieder vermehrt internationale Rallyes bestreiten und darauf freue ich mich jetzt schon sehr.“

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Skoda Rallye Liezen

Unverhofft kommt… die ORM2WD-Führung!

Michael Kogler feiert mit Andre Kachel als Copilot den ORM2WD-Sieg bei seiner ersten Skoda Rallye Liezen – das UNIOR Racing Team Austria genießt einen „heißen Rallye-Showdown“: Michael kommt als ARC-Leader zur Herbstrallye Dobersberg und als ORM2WD-Leader zur Waldviertel-Rallye…

“Hätte mir jemand vor der Skoda Rallye Liezen gesagt, dass die  2WD-Staatsmeisterschaft noch spannend wird, hätte ich ihm das nicht geglaubt! Dass sich die Ereignisse dann dermaßen überschlagen – das ist einfach nur unglaublich“, rang Michael Kogler vor der Zielrampe nach Worten. Denn das UNIOR Racing Team Austria feierte an diesem Abend nicht nur den Sieg in der ORM2WD, sondern auch die Meisterschaftsführung. Doch der Reihe nach…

Michael Kogler und seine „rasende Werkzeugkiste“, der UNIOR Citroen DS3 R3T fuhren zum allerersten Mal bei der Skoda Rallye Liezen. Und weil Stammcopilotin Jenny Hofstädter nach einem beruflichen Wechsel nicht zur Verfügung stand, engagierte Teamchef Gottfried Kogler niemand geringeren als den allseits bekannten Profi Andre Kachel für den „heißen Sitz“. Kogler senior: „Wir sind aber sehr relaxt an diese Rallye herangegangen, denn wir alle haben – ganz ehrlich – die Meisterschaft bereits abgeschrieben.“

Bestzeiten im 2WD-Duell

Dermaßen druckbefreit überraschte Michael Kogler – einmal mehr – auch sich selbst mit einer unheimlich starken Performance: Gleich auf der ersten Sonderprüfung markierte er die ORM2WD-Bestzeit mit 10,1 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Julian Wagner. Der zu diesem Zeitpunkt noch die ORM2WD anführende Daniel Wollinger hatte bereits beim Shakedown Pech und zerstörte dort sein Auto. Nach vier gefahrenen Prüfungen lag Michael exakt acht Sekunden vor Wagner. Auf dem die erste Etappe abschließenden, nur rund fünf Kilometer langen Stadt-Rundkurs büßte Michael dann satte zwölf Sekunden auf Wagner ein: Es stellte sich heraus, dass Wagner eine Passage der Strecke ausließ – er wurde zunächst mit einer 10 Sekunden-Strafe belegt – doch nach der Intervention des deutschen Toyota-Werksteams wurde die Strafe auf eine Minute erhöht. Gottfried Kogler: „Das kam für uns völlig unerwartet – denn es ist recht unüblich, dass eine solche Strafe Stunden später erhöht wird.“ 

Trotz des sich daraus ergebenden Vorsprungs ließ es sich Michael nicht nehmen, an diesem Samstagvormittag in einem „heißen Duell“ mit Wagner drei weitere Bestzeiten in den Asphalt zu brennen. Nachdem Wagner wegen eines Getriebeschadens abstellen musste, galt es für Michael, den Sieg ins Trockene zu fahren. 

Gottfried Kogler: „Allerdings hätten wir beinahe Luca Rossetti übersehen – ein internationaler Spitzenpilot, der im Werks-Toyota immer näher kam und ebenfalls für die ORM2WD punktberechtigt war. Vor der letzten Prüfung wurde es noch einmal richtig spannend: Während Rossetti noch einmal vier neue Reifen aufzog, mussten wir aus den bereits gebrauchten Pneus jene vier herauspicken, die am wenigsten verbraucht waren. Und das hat geklappt.“

Der wirklich „heiße Rallye-Herbst“ im Waldviertel

So kam es, dass Michael Kogler und Andre Kachel als strahlende ORM2WD-Sieger über die Zielrampe der Skoda Rallye Liezen fuhren. Michael: „Der Einsatz mit Andre war grandios – und auch vielen Dank an mein Team, das wieder großartig gearbeitet hat. Dass wir jetzt als ORM2WD-Leader bei der Waldviertel-Rallye antreten, zeigt wieder einmal, dass eine Meisterschaft erst nach dem Zieldurchlauf bei der allerletzten Rallye entschieden wird. Jetzt freue ich mich schon sehr auf die beiden Rallyes im Waldviertel.“

Denn vor dem „Grande Finale“ der ORM2WD steht in zwei Wochen die Herbstrallye Dobersberg auf dem Programm – dorthin kommt Michael Kogler als Leader der Austrian Rallye Challenge und als Leader der Niederösterreich Rallye Trophy. Zu viel Druck? „Nein gar nicht“, lacht Michael. „Es gibt mir zusätzliche Motivation, wenn es auch um etwas geht.“ Vor wenigen Wochen sprach Michael in seiner typischen blumigen Sprache vom „heißen Rallye-Herbst“ – dass dieser für ihn selbst tatsächlich noch dermaßen heiß werden könnte, hat er damals ganz sicher nicht gedacht…

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Kogler kann ARC-Führung ausbauen

Während Gottfried Kogler nach nur zwei Prüfungen wegen eines Softwareproblems aufgeben musste, konnte Michael Kogler bei der Niederbayern-Rallye seine ARC-Führung ausbauen. Ein schaler Beigeschmack bleibt trotzdem…

Foto: Unior Racing Team Austria

Wer Gottfried Kogler kennt, der weiß, dass er niemals aufgibt – davon zeugen so manche „Kult-Videos“ in den unendlichen Weiten des Internets. Da geht es schon mal im – wegen Getriebeschaden einzig verfügbaren – Retourgang quer durch Maribor, um die Zeitkontrolle nicht zu verpassen.

Bei der Niederbayern-Rallye gab es am Citroen DS3 R3T von Gottfried und seiner bayrischen Copilotin Melanie Kalinke nach nur einer Sonderprüfung ein Problem mit der Software: Der Motor wollte seinen Dienst nur noch jenseits von satten 6.000 Touren erledigen. Um den Mechanikern Gelegenheit zu geben, nach der  ersten Etappe den „Softwarehund“ zu finden, beschloss man, die noch ausständige Prüfung im beschriebenen „Spezialmodus“ zu bestreiten. Gottfried schmunzelt: „Natürlich ist es möglich, so zu fahren – du kannst den Motor dann mit der Bremse niederhalten, aber es ist natürlich ein Kampf und es war für die Fans an der Strecke sicher ein wenig rätselhaft. Allein am Start gab es doch einige verwunderte Gesichter – die haben sicher gedacht: ‚Der Alte hat einen komischen Fahrstil!“ 

Der mit Humor gesegnete und immer noch flott fahrende Teamchef (Platz 22 auf SP1) musste schließlich w.o. geben, der Fehler war einfach nicht zu finden. So konzentrierte sich Gottfried Kogler am zweiten Tag ausschließlich auf die Betreuung seines Sohnes Michael Kogler, der gemeinsam mit Theresa Krautsieder den stärkeren Citroen DS3 R3T Max pilotierte. Sein Resümee: „Michael fuhr in Niederbayern fehlerfrei – als klar schnellster 2WD-Pilot wurde er im Gesamtergebnis Fünfter, obwohl er lange Zeit auf Platz vier lag, bis es auf einmal Zeitenstrafen hagelte. Die Hintergründe sind jedoch unfassbar.“

UnFASSbarer Strafenhagel

Auf SP8 gab es nach einer Kuppe eine Schikane, welche mittels mit Wasser gefüllten großen Plastikfässern markiert war. Das führende Fahrzeug kollidierte mit diesen Fässern und brachte diese zu Boden. In der Folge versuchten Streckenposten, diese Fässer wieder in Position zu bringen. Michael Kogler schildert den Vorfall aus der Cockpitpersektive: „Wir kommen mit 170 Sachen über die Kuppe und ich sehe, wie zwei Streckenposten mit ihren Rücken zu mir gewandt an den umgefallenen Fässern hantieren. Ich bin daher wesentlich früher als nötig in die Eisen gestiegen, das ist eine menschlich angeborene Funktion – du siehst zwei Rücken und weißt nicht, wohin sie sich bewegen werden. Das war eine Schrecksekunde im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin sofort nach der Prüfung zum Fahrerverbindungsmann gegangen und habe ihm gesagt: ‚Da muss man froh sein, dass es gut ausgegangen ist!‘ Was danach geschehen ist – darüber war ich dann schwerstens verwundert.“

Der Grund der Verwunderung: Die Rennleitung verpasste nicht nur dem Führenden, sndern auch den nachfolgenden, vom Schikanen-Chaos betroffenen Piloten eine Zeitstrafe von 30 Sekunden. So verlor Michael den sicher geglaubten vierten Gesamtrang. Beim Versuch, die Zeit auf der letzten Prüfung wettzumachen,  konnte Kogler zwar eine tolle Zeit markieren, doch letztendlich fehlten rund neun Sekunden. Michael sagt: „Es ist halt schade, wenn eine Rallye zu einer Strafenlotterie verkommt – ich verstehe nicht, wieso man uns dafür bestraft hat, dass es seitens des Veranstalters hier ein Fehlverhalten gab.“ Gottfried Kogler ergänzt: „Man hat uns erklärt, man müsse eine Schikane, wenn sie umgefallen ist, virtuell umfahren, also so, wie sie im Roadbook steht. Nur: Wenn da Menschen mit dem Rücken zu dir stehen – wie willst du das dann machen, ohne diese Leute zu gefährden? Was mir auch ein Rätsel ist: Ich habe als Teamchef einen Einspruch hinterlegt – diesbezüglich hat sich niemals jemand bei uns gemeldet.“

Motiviert für den „heißen Rallye-Herbst“

Michael Kogler kann trotzdem einen positiven Rückblick auf das Niederbayern-Abenteuer liefern: „Es war ein gelungener Test und eine gelungene Überbrückung der Sommerpause. Ich konnte in Niederbayern etwas Selbstvertrauen tanken und gehe voll motiviert in einen heißen Rallye-Herbst.“

In der Austrian Rallye Challenge (ARC) konnte der Citroen-Pilot seine Gesamtführung ausbauen. Zwar steht Michael noch nicht als Meister fest – doch die Zeichen stehen gut…

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