MIG Austria Team bei Rally valli della Carnia (AARC)

Optimalsieg beim italienischen Rallyevolksfest in den Bergen

Beim großartigen Rallye-Happening rund um Ampezzo erlebten Michael Kogler und Andre Kachel zwei Schreckmomente: Gleich am Beginn auf SP1 – und dann noch einmal kurz vor dem Ziel. Dazwischen gab’s ein Bestzeitenfeuerwerk und am Ende den klaren Sieg im Alpe Adria Rally Cup.

Die italienische Rally valli della Carnia in den Bergen rund um Ampezzo ist für viele Rallye-„Feinschmecker“ ein echtes Highlight im Saisonkalender. Satte 134 Teams waren am vergangenen Wochenende am Start – und weil die Kult-Rallye auch zum Alpe Adria Rally Cup (AARC) zählt, waren auch 14 österreichische Teams dabei.

UNIOR Racing Team Austria-Teamchef Gottfried Kogler gerät bei der Rally valli della Carnia ganz schnell ins Schwärmen: „Das ist ein Rallye-Spektakel, wie es seinesgleichen sucht – an den drei Tagen herrscht dort eine Art Rallye-Ausnahmezustand und es ist vom kleinen Kind bis zur Uroma alles auf der Straße. Ein Rallye-Volksfest – da wird drei Tage lang durchgefeíert. Du fährst durch ein Menschenmengenspalier, alle wolllen die Rallyeautos sehen!“ Auch nach den Sonderprüfungen wird Party gemacht: „Du hast dort eine Open Air-Disco bis 4 Uhr in der Früh – aber was für eine! Mit einem Bass, der so wuchtig ist, dass Michael nur mit Ohropax schlafen konnte…“

Reifenplatzer als „Motivationsspritze“

Michael Kogler war als Tabellenleader des AARC angereist, hatte aber nur noch einen Zähler Vorsprung auf den Italiener Simone Boscariol, der wie Kogler einen zweiradangetriebenen Citroen DS3 R3 pilotiert. Selbstverständlich setzte Michael wieder auf die professionelle Arbeit seines Copiloten Andre Kachel aus Deutschland.

Die erste Etappe, bestehend aus vier Sonderprüfungen, wurde am Samstagabend bei Dunkelheit gefahren. Nach nur zehn Kilometern der ersten Prüfung platzte bei Kogler/Kachel links vorne ein Reifen, sodass man runde drei Kilometer auf der Felge weiterfahren musste und dabei rund 25 Sekunden einbüßte…

Mehr brauchte Michael Kogler nicht als „Motivationsspritze“. Auf den noch ausstehenden drei Nachtprüfungen zündete Michael wieder einmal ein Bestzeitenfeuerwerk, sodass ihm am Ende des Tages nur noch 16 Sekunden auf Boscariol fehlten.

AARC-Cupsieg in Reichweite

Am Sonntag ging es in der gleichen Tonart weiter – Kogler/Kachel markierten sämtliche Bestzeiten, sodass man auf den insgesamt zehn Prüfungen satte neunmal die AARC-Bestzeit innehatte. Das MIG Austria-Duo durfte sich trotz des Reifenplatzers über den AARC-Sieg freuen und hatte am Ende sogar 28 Sekunden Vorsprung auf Boscariol herausgefahren.

Im Alpe Adria Rally Cup führt Kogler mit 131 Punkten, Boscariol weist mit 113 Zählen bereits einen beträchtlichen Rückstand auf, zumal lediglich die besten vier Ergebnisse gewertet werden. Der Cupsieg war das erklärte Ziel des Teams. Auch wenn Boscariol noch theoretische Chancen hat, das Blatt zu wenden, muss man kein Wahrsager sein, wenn man behauptet, dass Kogler/Kachel das gesteckte Saisonziel wohl erreichen werden. Dass man aber auch knapp vor dem Ziel noch alles verlieren kann, daran wurde das MIG Austria Team vor dem Ziel der Rally valli della Carnia erinnert…

Dramatik vor der Zielrampe

Michael Kogler und Andre Kachel genossen bei der Anfahrt zur Zielrampe die ausgelassene Volksfeststimmung in vollen Zügen – doch kurz vor dem Ziel kippte die Stimmung mit einem Schlag: Der „rasenden Werkzeugkiste“ dürfte es nämlich etwas zu heiß geworden sein – jedenfalls wollte sie partout nicht mehr anspringen. Gottfried Kogler schildert die dramatischen Sekunden: „In der Gluthitze hat sich offenbar die Elektronik aufgehängt – der Motor sprang nicht mehr an und wir dachten schon, dass wir jetzt alles verloren haben. Unser komplettes Team war natürlich vor Ort, um unseren AARC-Sieg zu feiern – doch es durfte ja niemand zum Auto. Ich sah, wie Michael am Rande der Verzweiflung war – und konnte aber auch nichts tun. Erst nach fünf oder sechs Versuchen hat es dann aber doch noch geklappt, die Erlösung war natürlich grenzenlos.“

Nach Sommerpause: Nö-Rallye, Spanien und R5-Premiere

Weil es sich um Bergprüfungen handelte, entschied sich Peter Schöller, diesmal den historischen „Hundeknochen“-Escort in der Garage zu lassen. Teamchef Kogler erläutert: „Bei historischen Fahrzeugen sind die Bremsen naturgemäß eine Schwachstelle – Peter und seine Copilotin Theresa Krautsieder fuhren daher mit unserem Diesel-Scirocco.“ Nach anfänglichen Umstellungsproblemen kam Schöller immer mehr in Fahrt und durfte sich ebenfalls über die Zielankunft freuen.

Das UNIOR Racing Team Austria wird nun eine Sommerpause einlegen – der nächste Einsatz steigt bei der neuen Niederösterreich-Rallye im Herbst. Einmal mehr darf sich Michael Kogler auf einen „heißen Rallye-Herbst“ freuen: Denn zum einen wird er mit dem DS3 den spanischen Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft bestreiten und zum anderen erfüllt sich ein zuletzt mehrfach geäußerter Wunsch: Michael Kogler wird noch in diesem Jahr eine Testrallye mit einem R5-Boliden absolvieren…

alle Fotos: UNIOR Racing Team Austria

Michael Noir Trawniczek
Presse Unior Racing Team Austria
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Sieben Bestzeiten und doch kein Sieg

MIG Austria Team bei Rally Ina Delta (AARC)

Nachdem Michael Kogler und Andre Kachel auf SP3 der Rally Ina Delta stromlos strandeten, wurde am zweiten Tag mit 14 Minuten Rückstand gestartet. Es folgten sechs 2WD-Bestzeiten in Serie – so konnte man satte sieben Minuten wettmachen und im Alpe Adria Rally Cup mit Platz zwei die Tabellenführung halten.

Bei der zum Alpe Adria Rally Cup (AARC) zählenden Rally Ina Delta im kroatischen Zagreb begannen Michael Kogler und sein Copilot Andre Kachel in ihrem UNIOR Citroen DS3 R3 mit der nunmehr gewohnten Höchstleistung: Bestzeit bei den 2WD-Piloten und sechste Gesamtzeit. Kogler: „Dabei konnte ich auch den Slowenen Grossi hinter mir halten, der im Vorjahr hier die 2WD gewonnen hatte.“

Auf der zweiten Prüfung konnte Grossi kontern – auf der dritten Prüfung begann es zu regnen, dort wollte Kogler seinerseits zurückschlagen – doch dazu kam es nicht: „Plötzlich ist der Motor abgestorben und wir dachten an einen Lichtmaschinen- oder Batterie-Defekt.“ Erst beim Einholen der gestrandeten „rasenden Werkzeugkiste“ bemerkte ein Mechaniker, dass sich lediglich ein Kabel vom Starter löste. MIG Austria Teamchef Gottfried Kogler erklärt dazu: „Diesen Starter erreichst du aber nur als wissender Mechaniker, indem du quasi blind mit einem Handschuhe nach unten langst.“ So versäumten Kogler/Kachel zwei Sonderprüfungen, für jede erhielten sie sieben Strafminuten aufgebrummt.

Mit rund 14 Minuten Rückstand starteten Kogler/Kachel am zweiten Tag wieder in die Rallye. Ganz offensichtlich angestachelt von dem hohen Rückstand zündete das Duo ein wahres Bestzeitenfeuerwerk: Sämtliche 2WD-Bestzeiten gingen an diesem Tag an das UNIOR Racing Team Austria. Michael Kogler erzählt: „Ich war richtig motiviert. Es hat mir auch einen großen Spaß bereitet, nach den Sprintveranstaltungen nun wieder richtig lange Sonderprüfungen zu fahren. Und  da wir diese eben wie international üblich nur zweimal besichtigen konnten, war der Aufschrieb unheimlich wichtig. Und da kam auch unsere Stärke zwischen Lenkrad und Beifahrersitz voll zum Tragen, denn Andre Kachel hat wieder einen großartigen Job hingelegt.“

AARC-Tabellenführung verteidigt

Zu den langen Sonderprüfungen – zwischen 20 und 25 Kilometer lang, insgesamt rund 150 SP-Kilometer – merkt Gottfried Kogler an: „Das waren extrem tolle Strecken – denn Zagreb bewirbt sich ja um einen Weltmeisterschaftslauf und man wollte hier die FIA-Beobachter beeindrucken. Allerdings befand sich das Service mitten in der Stadt und so musste man jedesmal wieder durch den Verkehersstau auf die Strecken und wieder retour.“

Mit ihrer Bestzeitenserie konnten Michael Kogler und Andre Kachel satte sieben Minuten wettmachen und den 22. Gesamtrang belegen. Im AARC belegte Kogler hinter Simone Boscariol (ebenfalls Citroen DS3 R3) den zweiten Platz, konnte jedoch seine Tabellenführung halten.

Peter Schöller und Theresa Krautsieder zündeten einmal mehr den historischen „Hundeknochen“-Ford Escort des UNIOR Racing Team Austria und belegten damit einen problemlosen 34. Gesamtrang.

Nächste Station des Teams ist die italienische Rally Valli della Carnia rund um Ampezzo am 7. und 8. Juli. Michael Kogler erklärt voller Vorfreude: „Ich bin dort erst einmal gefahren, im Jahr 2016, und das wurde sofort eine meiner internationalen Liebelingsrallyes. Es sind wunderbare Bergstrecken und dort herrscht an den Strecken eine richtige Volksfeststimmung. Die Tifosi sind ja bekannt dafür, dass sie die Rennfahrer hochjubeln und antreiben. Und das gefällt mir.“

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MIG Austria Team beim Waldviertel Rallyesprint (ART2WD)

Bravourstück im 2WD-Citroen: Platz 3 in den Allrad-Top10

Michael Kogler, Andre Kachel und die „rasende“, aber eben nur  zweiradangetriebene „Werkzeugkiste“ des UNIOR Racing Teams lieferten beim Waldviertel Rallyesprint auf Schotter eine Meisterleistung: Platz drei inmitten von Allrad-Duos. Für Michael, immerhin schon über ein Jahrzehnt lang Rallyepilot, war es „meine beste Schotterrrallye“. Peter Schöller/Theresa Krautsieder mussten den historischen „Hundeknochen“ leider vorzeitig abstellen.

Beim Rallyesprint in St. Veit hat sich Michael Kogler trotz starker Allrad-Konkurrenz den dritten Gesamtrang vorgenommen, dieses ehrgeizige Ziel bis zur letzten Sonderprüfung auch tatsächlich umsetzen können und letztendlich erst auf der Abschluss-SP knapp aber doch verpasst.

Vor dem Waldviertel Rallyesprint hat der UNIOR Racing Team Austria-Pilot „nur“ den vierten Platz als Ziel angegeben – sicher auch deshalb, weil man auf den wunderschönen Schotterprüfungen rund um Langenlois in dem zweiradgetriebenen Citroen DS3 R3 noch mehr Nachteile gegenüber der Allrad-Phalanx hinzunehmen hat, was in der Natur der Sache liegt.

Doch gleich auf der ersten Sonderprüfung „Kronsegg-Gföhl“ ließen Michael Kogler und sein Copilot Andre Kachel mit der drittschnellsten Zeit aufhorchen. Diese Position hatte das MIG Austria-Duo auch vor der Mittagspause inne – auf den viertplatzierten Allrad-Piloten hatte man nach drei Sonderprüfungen bereits 22 Sekunden Vorsprung herausgearbeitet.

Am Nachmittag schafften Kogler/Kachel auf der Prüfung „Leitnerschlag-Kronsegg“ sogar die zweitschnellste Zeit – lediglich der Rallyesieger Gerald Rigler in seinem Ford Fiesta R5 war da noch schneller unterwegs. Michael Kogler sagt dazu: „Da muss ich fairerweise erwähnen, dass es eine Prüfung ist, die viel Bergabpassagen hat und in der man nicht so viel Leistung benötigt. Die zweitschnellste Zeit war auch das absolute Maximum, das man hier erreichen konnte. Mir taugt es einfach, wenn man in einem 2WD-Auto mit den Big Bangers mitfahren kann.“

„Meine beste Schotterrallye“

Und so kam es auch: Michael Kogler und Andre Kachel belegten den dritten Gesamtrang, hinter den beiden sechs weitere Allrad-Duos. Womit man die in der Austrian Rallye Challenge (ARC) heuer neu eingeführte ART2WD überlegen gewinnen konnte. Der zweitbeste 2WD-Pilot, Luca Waldherr, belegte den elften Gesamtrang, rund zwei Minuten hinter Kogler.

Zwischen Zieldurchfahrt auf dem Holzplatz von Langenlois und der Siegerehrung verriet Michael, dass er bei dieser wunderschönen Veranstaltung ganz bersonders motiviert war! Denn die Sonderprüfung „Manhartsberg“ war im Vorjahr auch Teil der Waldviertel-Rallye – dort war Michael bekanntlich Teil jenes Trios, das bis zur letzten Rallye um die ORM2WD-Staatsmeisterschaft kämpfte. Und auf der SP „Manhartsberg“ lag jener Stein, der die Titelträume von Michael Kogler für beendet erklärte. Michael: „Das hat mich gepusht! Ich war top motiviert! Die ganze Wut, die sich über den Winter aufgestaut hat, musste hier raus! Und das hat funktioniert: Letztendlich war es meine beste Schotter-Rallye in einem 2WD-Fahrzeug. Wir fahren ja nur ein- bis zweimal im Jahr auf Schotter – und ich freue mich, dass der Speed auf Schotter genauso stimmt wie auf Asphalt.“

Süffisant fügt der Sohn von Teamchef Gottfried Kogler eine kleine „Spitze“ hinzu: „Anders als das Citroen-Werksteam in der Weltmeisterschaft können wir die Fahnen von Citroen recht gut hochhalten.“

Selbstbewusst & kollegial

Schon am kommenden Wochenende ist das UNIOR Racing Team Austria wieder im Einsatz. In Kroatien steigt die Rallye Ina Delta, als dritter Lauf zum Alpe Adria Rally Cup, in dem Michael Kogler die Tabelle anführt. Kogler erklärt: „Das ist eine Asphaltrallye und sie passt gut in mein Konzept für 2018: Denn ich wollte heuer wieder neue Rallyes kennenlernen, im Ausland. Wo du einen guten Aufschrieb brauchst – und wo ich mit dem Andre Kachel den bestmöglichen Copiloten an meiner Seite habe. Das macht es für uns sehr interessant. Generell ist der Asphalt in Kroatien oder Slowenien ein bisschen rustikaler als hier bei uns in Österreich – da sind wir schon ein bisschen verwöhnt. Aber die Stimmung im Team ist gut, die Stimmung im Cockpit ist gut und wir sind im Alpe Adria Rally Cup weiter auf Titelkurs unterwegs. Ich freue mich auf die lokalen 2WD-Helden dieser Rallye – ich nehme es gerne mit allen auf.“

Das wäre also ein vor Selbstbewusstsein strotzender guter Schlusssatz geworden – doch geradezu typisch für Michael Kogler möchte er noch unbedingt etwas hinzufügen. Wer Kogler junior kennt, der weiß, dass er zwar im Cockpit knallhart agiert, sonst aber ein nachdenklicher und vor allem kollegialer Sportsmann ist. Und so möchte er noch seinen Vorsprung auf Luca Waldherr relativieren – schließlich weiß Kogler, der selbst schon alle Höhen und Tiefen in diesem Sport erlebt hat, ganz genau, wie wichtig bei einer solchen Veranstaltung die Erfahrung ist: „Zum Abschluss möchte ich noch sagen: Ich habe heute mit dem Luca gesprochen. Er war etwas deprimiert – doch da muss ich fairerweise dazusagen: Ich fahre jetzt schon zehn Jahre und wenn ich dann hier, auf Schotter, meine Erfahrung nicht ausspielen könnte, dann wäre ich wohl eher fehl am Platz. Da braucht sich Luca also keine grauen Haare wachsen lassen.“

Das muss auch Peter Schöller nicht – auch wenn er den wunderschönen historischen „Hundeknochen“-Ford Escort des UINOR Racing Team Austria auf der dritten Prüfung abstellen musste. Schließlich war es die erste Schotterrallye für das Gespann Schöller/Krautsieder/Ford Escort. Copilotin Theresa Krautsieder erklärt: „Wir haben uns auf den ersten beiden Prüfungen ein wenig an den Schotter herangetestet. Doch auf der dritten Prüfung blieb der dritte Gang stecken – so mussten wir den ‚Hundeknochen‘ an einem sicheren Platz abstellen.“

alle Fotos: UNIOR Racing Team Austria

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Kogler erneut als „Allradschreck“

ARC: Rallyesprint St. Veit

 

Sowohl im Alpe Adria Rally Cup als auch in der neuen ART2WD-Wertung siegte rund um Sankt Veit der Niederösterreicher Michael Kogler.

Das Ableben von Angelika Kresch, einer guten Freundin und engen Vertrauten des Teams, versetzte das MIG Team Austria in Trauerstimmung. Michael Kogler wollte gerade deshalb eine weitere Maximalleistung abrufen. Zwar verpasste er das Gesamtpodium auf der letzten Prüfung, doch den ganzen Tag lang hatte er im 2WD-DS3 zahlreiche PS-stärkere Allradteams deklassiert. Im Alpe Adria Rally Cup siegte der Niederösterreicher erneut und konnte damit seine Tabellenführung ausbauen. Auch in der neuen ART2WD war kein Kraut gegen Kogler gewachsen, er siegte mit vier Minuten Vorsprung.

Am Freitag, dem Besichtigungstag des Rallyesprint St. Veit, musste die heimische Rallyeszene eine traurige Nachricht verkraften: Angelika Kresch (Remus/Sebring) hatte mit erst 59 Lebensjahren den Kampf gegen den Krebs verloren. Für das Team war diese Nachricht besonders erschütternd, wie Teamchef Gottfried Kogler erklärte: „Remus ist einer unserer Hauptsponsoren. Angelika war seit nunmehr 23 Jahren nicht nur eine gute und liebgewonnene Freundin unseres Hauses, sondern auch eine enge Vertraute unseres Teams. 23 Jahre sind eine lange Zeit, so was verbindet. Es ist einfach nur tragisch, dass sie den Kampf nun doch verloren hat.“

Von dieser traurigen Botschaft wurde Michael Kogler, der wieder mit dem deutschen Profi-Co-Piloten André Kachel unterwegs war, offenbar angestachelt, denn wie so oft fuhr er in seinem Citroën DS3 R3T in einer eigenen Liga. Schon vor dem Start meinte Kogler kampfeslustig: „Ich möchte hier natürlich wieder den Alpe Adria Rally Cup gewinnen, bei dem wir heuer ja den Titel anstreben. Ich möchte aber auch unbedingt einen Podiumsplatz im Gesamtergebnis erringen.“ Mit dem frontgetriebenen DS3 gegen mindestens zehn PS-stärkere R5/S2000-Allradler Platz drei erobern – ist das realistisch? Kogler schmunzelte: „Man muss sich ehrgeizige Ziele stecken – und ich bin heute sehr motiviert.“

Nach drei von vier Sonderprüfungen, vor dem zweiten Durchgang der 20-Kilometer-SP Schaumboden-Gradenegg, lag Kogler tatsächlich auf Rang drei der Gesamtwertung und ließ damit wie schon des Öfteren zahlreiche Allradboliden hinter sich. Allerdings kamen die nassen, rutschigen Bedingungen am Nachmittag naturgemäß den 4WD-Teams entgegen – Günther Knobloch schnappte sich im 4WD-Subaru Platz drei, so rutschte Kogler am Ende noch auf den vierten Gesamtrang ab. „Das ist schade! Es ist mir ein Rätsel, wie sich ‚Knobi‘ im zweiten Durchgang dermaßen steigern konnte. Platz vier ist halt die ‚goldene Ananas‘, aber wir konzentrieren uns heuer ohnehin auf den AARC.“

In diesem konnte Kogler erneut die Maximalpunktezahl erobern. Er gewann die AARC-Wertung des Rallyesprints mit mehr als zwei Minuten Vorsprung auf Simone Boscariol, der wie Kogler einen DS3 R3T pilotierte. Die ARC kann der regierende Champion übrigens nicht mehr verteidigen, da seine Auto heuer zur ART2WD gezählt wird. In dieser siegte Kogler mit rund vier Minuten Vorsprung auf den nächstgelegenen 2WD-Piloten. So verwundert es nicht, dass Michael Kogler auch bei dieser Rallye am Ende einen Wunsch äußerte: „Jetzt würde ich wirklich gerne einmal so einen R5 ausprobieren. Ich denke, die Zeit wäre reif dafür.“

Der zweite MIG-Austria-Pilot aus dem Hause Kogler Racing, Peter Schöller aus Marbach-Donau, konnte mit dem historischen Ford Escort (Baujahr 1972) den hervorragenden vierten Platz in seiner Klasse einfahren.

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START DER RALLYESAISON IN SLOWENIEN

MIG Austria Team bei der Rallye Vipavska-Dolina

Entschlossener erster Schritt beim slowenischen Rallye-Volksfest

Tausende Fans entlang der Strecke, großes Interesse auch im Servicepark. Das MIG Austria Team feierte bei der Rallye Vipavska-Dolina einen schönen Saisonauftakt: Sowohl Peter Schöller im historischen Ford Escort als auch Michael Kogler im Citroen DS3 R3 kamen bei schwierigen Verhältnissen ins Ziel. Kogler setzte mit dem Sieg im Alpe Adria Rallye Cup einen ersten Schritt in Richtung Cup-Verteidigung.

Für Michael Kogler, der im Vorjahr noch im wohl heißesten Dreikampf der ORM2WD-Staatsmeisterschaft mitmischen und bis zur letzten Rallye auf den Titel hoffen durfte, begann die neue Saison unter völlig anderen Vorzeichen – denn heuer konzentriert sich das UNIOR Racing Team Austria auf den Alpe Adria Rallye Cup, der drei Läufe in Slowenien, Kroatien und Italien sowie weitere drei Läufe in Österreich beinhaltet. Erste Station war am vergangenen Wochenende die Rallye Vipavska-Dolina in Slowenien, gezündet wurde wieder die „rasende Werkzeugkiste“, der Citroen DS3 R3 in einem modifizierten Design.

Für Michael begann die Rallye recht anstrengend: „Weil am ersten Tag die Besichtigung und der Rallyestart auf dem Programm standen, waren wir von 8 Uhr am Morgen bis um 1 Uhr in der Nacht auf Achse, der Rallyestart fand nämlich erst um 23 Uhr statt. Und um 5 Uhr hat am nächsten Tag schon wieder der Wecker geläutet. Eigentlich waren das für mich zwei gefühlte ziemlich lange Rallyetage.“

Noch dazu löste sich bei der abendlichen Superstage in der City der Turboschlauch, sodass Kogler und sein Copilot Andre Kachel rund zwölf Sekunden einbüßten. Michael: „Ich war danach zugegebenermaßen ein bisschen sauer. Nach der langen Winterpause wartest du ewig lange auf den Start und dann passiert so etwas. Ich war einfach geil darauf, gleich einmal eine Top-Zeit in den Asphalt zu brennen.“

Rasante Aufholjagd

Am Samstagvormittag jedoch starteten Kogler/Kachel eine mehr als eindrucksvolle Aufholjagd: 13 Plätze wurden gutgemacht, viermal glänzte Kogler mit der siebtschnellsten Gesamtzeit, in der 2WD jeweils Zweitschnellster hinter dem fünffachen slowenischen Staatsmeister Aleks Humar, der einen R2 bewegte. So preschte Kogler vor auf den achten Gesamtrang, als zweitschnellster 2WD-Pilot.

Zweimal konnte Michael an diesem Vormittag sogar Gerald Rigler im viel stärkeren R5 schlagen, doch Michael winkt ab: „Gerald tat sich mit den Verhältnissen genauso schwer wie wir und am Nachmittag konnte er sich steigern, da waren die Verhältnisse dann wieder klar.“ Immerhin jedoch fehlten Kogler zur Mittagspause lediglich zehn Sekunden auf Rigler – ob man da nicht daran denkt, wie man selbst in einem R5 abschneiden würde? Michael lacht: „Naja, der Gusto auf eine R5-Premiere ist gewachsen, sagen wir es einmal so…“

Die Nachmittagsprüfungen verlangten dann noch einmal volle Konzentration – sie kamen den Einheimischen zugute, da dort ein besonders quartzhältiger Asphalt zum Einsatz kommt, der bei Hitze schmierig wird und sich wie Glatteis anfühlt. Eine der Prüfungen stammte zudem aus der berühmt-berüchtigten Saturnus-Rallye. 

„Man lernt nie aus“

Michael Kogler erzählt: „Auch nach gefühlten 100 Rallyes muss ich sagen: Man lernt nie aus! Diese Nachmittagsprüfungen waren für mich wieder eine neue Erfahrung. Wir sind in Österreich in Sachen Asphalt ziemlich qualitätsverwöhnt. Zudem hatten die Strecken allesamt blinde Kuppen – also kleine Hügel, hinter welchen oftmals Abzweige folgten. Da war natürlich ein guter Aufschrieb ganz besonders gefragt und da bin ich froh, mit Andre Kachel einen so erfahrenen Mann an meiner Seite zu haben.“

Auf SP7 kam es zu einem Zwischenfall: Grega Premrl, ebenfalls auf Citroen DS3 R3 unterwegs, überschlug sich, sodass der 2WD-Führende Aleks Humar und dessen Copilot sowie Michael und Andre erste Hilfe zu leisten hatten…

Was MIG Austria-Teamchef Gottfried Kogler nicht versteht: „Humar wurde sofort eine Zeit gutgeschrieben, eine viertschnellste noch dazu. Bei uns hieß es, dass wir die Zeit aus dem zweiten Durchgang erhalten werden. Dort fuhr Michael die achtschnellste Zeit, womit das für uns okay war. Nur: Wir waren dennoch immer noch 1:50 Minuten hinten. Erst nachdem uns Helmut Schöpf den Fehler ausrechnete und wir den von ihm freundlicherweise gesandten Screenshot der Rennleitung zeigten, entschuldigte man sich und korrigierte den Fehler.“

„Volksfeststimmung – sensationell!“

Ansonsten jedoch stellt Kogler senior der Rallye ein gutes Zeugnis aus: „Es ist unfassbar, wie groß das Zuschauerinteresse bei dieser Rallye war. Entlang der ehemaligen Saturnus-Prüfung standen die Menschen beinahe Spalier – und das sind immerhin acht Kilometer. Es war eine regelrechte Volksfeststimmung. Wirklich sensationell!“

Groß war das Interesse auch im Servicepark – allerdings galt es dem „Hundeknochen“, dem Ford Escort RS2000, den Peter Schöller und Theresa Krautsieder für das MIG Austria Team pilotierten. Gottfried Kogler stellt amüsiert fest: „Dieses Auto fand bei den Fans mehr Anklang als die aktuellen Boliden.“ Schöller fuhr eine problemlose Rallye und landete auf dem 46. Gesamtrang und immerhin auf Platz sechs im Alpe Adria Rallye Cup.

Klarer Sieg im Alpe Adria Rallye Cup

Michael Kogler musste am schwierig einzuschätzenden Nachmittag ein paar „Federn“ lassen, was ihn jedoch nicht verwunderte: „Als Debütant ist es einfach schwierig auf diesem Asphalt. Die 2WD-Spitze kannte diese Prüfungen wie ihre Westentasche. So haben wir am Nachmittag rund zehn Sekunden auf die 2WD-Spitze eingebüßt.“ Letztendlich landeten Kogler/Kachel als drittbestes 2WD-Team auf dem zehnten Gesamtrang. 

Wichtig war für Kogler, den „Auftrag“ zu erfüllen – und der lautet bekanntlich, den Alpe Adria Rallye Cup wie schon im Jahr 2016 vor seiner Pause wieder nach Österreich zu holen. Michael nickt: „Im Alpe Adria Rallye Cup konnten wir mit beinahe drei Minuten Vorsprung einen klaren Sieg einfahren – wir haben also einen entschlossenen ersten Schritt in Richtung Cupsieg setzen können. Und jetzt freuen wir uns schon sehr auf die nächste Station im Alpe Adria Rallye Cup, den Murauer Rallyesprint in St. Veit in rund vier Wochen.“

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MIG Austria bereit für die neue Saison

Michael Kogler, Peter Schöller und das neue MIG Austria Team von Gottfried Kogler starten die Saison mit der Rally Vipavska dolina.

 

2018 wird aus vielerlei Gründen vermehrt im Ausland gestartet, so auch beim Auftakt zur slowenischen Meisterschaft am kommenden Wochenende. Nachdem im Vorjahr in der 2WD-ÖM eine der schönsten Saisonen überhaupt stattfand, als sich drei gleichwertige Piloten einander das gesamte Jahr über einen echten Kampf um die Spitze lieferten, hatte Michael Kogler keinerlei Ambitionen mehr, heuer um den heimischen 2WD-Titel zu kämpfen, zumal keiner der Top-3-Piloten in der zweiradgetriebenen Klasse geblieben ist und diese somit an Stellenwert eingebüßt hat.

Stattdessen zieht es den Melker wieder ins Ausland: Der Alpe Adria Rally Cup (AARC), den Michael Kogler bereits 2016 gewinnen konnte, passt sehr gut zu diesem Ansinnen. Neben drei österreichischen Rallyes steht bei der Rückkehr des AARC jeweils ein Lauf in Kroation, Slowenien und Italien auf dem Programm. So startet die neue Rallyesaison von Michael Kogler mit der Rally Vipavska dolina am kommenden Wochenende in Slowenien.

Dass man wieder vermehrt im Ausland startet, hat noch weitere Gründe: Die Sponsoren des Teams rund um Gottfried Kogler möchten die Werbeflächen bei internationalen Läufen in die Auslage gestellt sehen, um auf diese Weise den aktuellen Wirtschaftsboom nutzen zu können, aber auch die neu ins Leben gerufene MIG (Motorsportinteressensgemeinschaft) Austria möchte ihre internationale Bekanntheit steigern und zugleich die Werbetrommel für die neue Niederösterreich-Rallye in der malerischen Umgebung der Wachau und im Waldviertel rühren. Diese Rallye wird von MIG Austria gemeinsam mit Helmut Schöpf veranstaltet. Sie soll als Nachfolgeveranstaltung zu der von Schöpf über Jahrzehnte hinweg abgehaltenen Waldviertel-Rallye etabliert werden. Schließlich wird die Niederösterreich-Rallye zu 80 Prozent im südlichen Waldviertel ausgetragen.

Das neue MIG Austria Team startet mit dem Fahrer Michael Kogler und dessen Beifahrer André Kachel sowie mit dem früheren Rundstreckenpiloten Peter Schöller aus Marbach an der Donau, der mit Co-Pilotin Theresia Krautsieder an den Start gehen wird. Gefahren werden die erwähnten AARC-Rallyes in Slowenien, Kroatien und Italien sowie auch in Spanien, da heuer auch ein bis zwei Läufe zur Rallye-WM auf dem Plan stehen. In Österreich sind insgesamt vier Rallyestarts vorgesehen. Michael Kogler wird auch heuer der Marke Citroën treu bleiben, sein DS3 R3 erstrahlt in neuem Glanz. Peter Schöller wird mit dem teameigenen Ford Escort RS2000 („Hundeknochen“) die historischen Kategorien der Rallyeserien bereichern.

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Kogler Motorsport